Psychotherapie auf Krankenschein

Wir alle erleben in unserem Alltag ein ständiges Auf und Ab von Erlebnissen und dadurch beeinflussten Gefühlen. Viele stecken schlechte Wahrnehmungen einfach weg, andere knabbern etwas länger daran. Psychische Störungen können vielerlei Ursachen haben, und in genauso mannigfaltiger Weise können sich diese auch mehr oder weniger ausgeprägt zeigen. Die Diagnose ist daher umso schwieriger und von so manchem Hausarzt werden psychische Störungen meist nicht erkannt. Eine psychische Störung ist mehr, als nur einen Tag mies gelaunt zu sein, sondern ist per Definition der WHO eine „erhebliche, krankheitswertige Abweichung vom Erleben oder Verhalten“. Nicht nur dass sich Betroffene ohnehin eher verbergen und erst wegen körperlicher Beschwerden die oft psychosomatisch bedingt sind, zu einem ärztlichen Fachgespräch wagen, sie werden von der Krankenkasse auch nicht besonders dabei unterstützt. Egal welcher Art die psychische Störung sein mag, von Depressionen über zu Angststörungen bis hin zu Psychosen – eine Medikation ist meist schnell gefunden, und wird auch von der Versicherung gedeckt. Doch gerade im Bereich der psychischen Störungen verlangt es mehr, als den Betroffenen mittels Tabletten „ruhig“ zu stellen. Es hat sich mittlerweile mehr als bewährt, beispielsweise gerade bei der Therapie von Depressionen, begleitend eine Psychotherapie zu absolvieren. Denn nur mit einer solchen Therapie werden auch die Ursachen der Probleme aufgearbeitet. Krankenkassen bezahlen aber schlicht nur ärztliche Behandlung, und Psychotherapeuten gehören nach wie vor nicht in diese Gruppe. Die maximale Leistung die man erhält, ist ein Zuschuss, dies allerdings auch wirklich nur bei anerkanntem Krankheitswert der Störung. Für viele Betroffene ist eine Psychotherapie allerdings unerschwinglich, denn um eine einigermaßen effiziente Behandlung zu erzielen sind zumindest wöchentliche Sitzungen vonnöten. Einzig einige private Krankenversicherungen können unter Umständen auch die Kosten von Psychotherapien decken. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: in den diversen Policen können sich Ausschlussklauseln verbergen, beispielsweise für Suchtprobleme oder generelle Leistungen aus dem psychiatrischen Bereich, hier lohnt sich ein genauer Vergleich und nötigenfalls muss man die private Krankenversicherung wechseln.

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